
Gebet und Arbeit verwoben sich bei ihm. Um seine Hand gewickelt trug er den Rosenkranz, in der Scheune heftete er Darstellungen der Passion Christi und Bilder von Heiligen an die Wand. Vor dem Hausaltar in seiner Kammer betete er nicht selten Nächte hindurch.
Mit stillem Vergnügen registrierte die Umgebung des Johannes einen Vorfall, der sich bei der Erntearbeit zutrug. Etwas übernächtigt von ausgedehnten Gebetsstunden ging er neben dem vollbeladenen Heuwagen her, in der einen Hand das Leitseil für die Pferde, in der anderen den Rosenkranz. Der Wagen geriet aus der Spur und stürzte um. Die ganze Ladung Heu lag am Boden. Der eine oder andere Zeuge dieses kleinen Unfalls, der mit der Frömmigkeit des jungen Bauern nicht einverstanden war, mag bemerkt haben: "Das kommt davon, wenn man beim Arbeiten auch noch beten will!"
Herr, unser Gott, du willst, dass Gebet und Arbeit in unserem Leben eine Einheit bilden. Johannes Birndorfer ist uns bei seiner Tätigkeit am heimatlichen Hof zu einem Vorbild geworden. Wir bitten dich, lass uns das Gebet nicht vergessen, wenn wir auf unsere Arbeit ausgerichtet sind.